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Lebenslust

 
Der Tempel der tausend Spiegel
Eine Geschichte aus Indien

Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. 
Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.

Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.

Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.

Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf. Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.

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Wer weiss ...

Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn auf einer kleinen Farm. Sie besaßen nur ein Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten und kamen gerade so über die Runden. 

Eines Tages lief das Pferd davon. 
Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen:  "Oh, was für ein schreckliches Unglück!" 
Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: "Wer  weiß..., wer weiß schon, wozu es gut ist?" 

Eine Woche später kam das Pferd zurück und führte eine ganze Herde wunderschöner Wildpferde mit auf die Koppel. Wieder kamen die Leute aus dem Dorf: "Was für ein unglaubliches Glück!" 
Doch der alte Mann sagte wieder: "Wer weiß..., wer weiß schon, wozu es gut ist?" 

In der nächsten Woche machte sich der Sohn daran, eines der wilden Pferde einzureiten. 
Er wurde aber abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der alte Mann die Feldarbeit allein bewältigen. Und die Leute aus dem Dorf sagten zu ihm: "Was für ein schlimmes Unglück!" 
Die Antwort des alten Mannes war wieder: "Wer weiß..., wer weiß schon, wozu es gut ist?"

In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. 
Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. 
Alle jungen Männer des Dorfes mussten an die Front und viele von ihnen starben. 
Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben. 
"Wer weiß... . Wer weiß, wozu es gut ist?"

(Verfasser unbekannt


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