zurück zu Fernbeziehung Index ronja 007
eine Mut Mach Seite

Literatur zum Thema "Fernbeziehung" - Teil 2
zurück zu Literatur 1



Auf dieser Seite:






Hinfahren, streiten und wieder wegfahren

Wochenendbeziehungen gehen häufig in die Brüche

von Jens P. Rosbach

Sie wohnt in Berlin, er in Frankfurt, treffen kann sich das Paar nur am Wochenende. Solche Fernbeziehungen sind in Zeiten, in denen Arbeitgeber von ihren Beschäftigten Mobilität und Flexibilität fordern, keine Seltenheit mehr. Doch viele solcher Partnerschaften überstehen die Entfernung nicht.

Wenn wir uns zum Beispiel am Bahnhof getroffen haben, einer kam mit dem Zug an, dann stand man wirklich so voreinander und, ja, dann hat man sich natürlich umarmt, aber irgendwie hatte ich schon oft das Gefühl: Natürlich kenne ich diese Person, aber es ist irgendwie doch so wie ein Fremder. Es ist halt nicht so dieser alltägliche Umgang.

Katarina Riemer hat zwei Jahre lang eine Wochenendbeziehung geführt. Die 27jährige Aufnahmeleiterin arbeitet bei einer Fernseh-Produktionsgesellschaft in Berlin, ihr damaliger Freund dagegen in Frankfurt am Main. Somit lagen mehr als 500 Kilometer zwischen ihnen.

Viele sagen, ja okay, wenn man sich dann das Wochenende sieht nach vier Wochen, ist ja klar, da geht man gleich ins Bett oder so. Aber das kann ich nicht bestätigen, dass das so war. Natürlich gab's auch solche Situationen, aber das war eher die Ausnahme.

Auch Lutz Alsleben hat viel geopfert:

Das ist denn natürlich schon alles Stress, wenn man da ankommt und hat Hunger und dann hat man auch keine Lust: Ja, lass uns mal kochen, da bin ich denn eh schon verhungert, lass uns mal lieber ins Restaurant gehen. Klar konzentriert sich irgendwie alle Aktivität auf so ein Wochenende, dann soll es eben Theater oder Kino sein und das waren dann eben schon immer teure Wochenenden. Natürlich ist eine Wochenendbeziehung auf Dauer auch ein bisschen teurer.

Der 37jährige IT-Spezialist hat einen Job in Berlin, seine ehemalige Freundin, eine Germanistin, in Hamburg. Problem: Durch die Trennung hatten sie keinen gemeinsamen Freundeskreis. Lutz Alsleben:

Ich habe das nur gesehen, wenn man zu einer großen Geburtstagsfeier eingeladen war, dass sie dann eher abseits ihr Gläschen Wein getrunken hat. Während ich da bis nachts um drei wie wild getanzt hab, lag sie schon lang im Bett seit zwölf.

Besonders kritisch: Wenn sich beide zwischen Freitag und Sonntag - trotz der kurzen Zeit - in die Haare bekommen haben.

Lutz Alsleben: Ich bin dann natürlich auch irgendwann, wenn das Fass voll war, explodiert und habe ihr meine Meinung gesagt, und dann ist man quasi den Rest des nächsten Tages, Sonntag, schweigend nebenher gegangen, bis man irgendwie sagt: Alles wieder in Butter. Man umarmt sich und man fährt dann, ist aber doch irgendwie nicht so ganz im Reinen.

Katarina Riemer: Klar ist es dann natürlich doppelt schwierig, wenn einer dann einfach wegfährt und man steht da und hat gewisse Dinge noch nicht ausgesprochen oder zu Ende diskutiert. Irgendwann redet man über gewisse Sachen einfach nicht mehr, um keine Diskussionen herauf zu beschwören.

Schließlich das Telefonproblem. Ist jeder wieder in seiner Stadt, werden täglich Stunden am Hörer verbracht. Das Nonverbale - Mimik, Gestik und auch Streicheleinheiten - bleibt dabei auf der Strecke. Missverständnisse kommen auf, die Gefahr eines Seitensprungs ist groß.

Natürlich ist es so: Wenn man dann ja jemanden kennen lernt, der einen auch nett umsorgt, der in der selben Stadt ist und diese alltäglichen Sachen - wir treffen uns heute mal spontan zum Kino oder gehen mal essen oder ja kommst du einfach mal mit zu mir - da muss ich sagen, ist die Versuchung schon groß - und war groß.

Katarina Riemer versuchte schließlich eine Arbeit in der Stadt ihres Freundes zu bekommen, doch dieser wollte sie gar nicht ständig in seiner Nähe haben. Die Beziehung zerbrach. Heute ist die 27-Jährige froh, dass sie ihren Job in Berlin nicht aufgegeben hat. Die Wochenendbeziehung von Lutz Alsleben ging ebenfalls in die Brüche, nach drei Jahren. Allerdings glaubt er mittlerweile, falsche Prioritäten gesetzt zu haben:

Ich bin der festen Überzeugung, wenn ich noch in den glücklicheren Tagen, also gerade in den ersten ein, zwei Jahren, nach Hamburg gegangen wäre und mir dort einen Job gesucht hätte - was für mich kein Problem gewesen wäre, aber ich hätte einen sehr guten Job aufgegeben - und man hätte zusammen gelebt, dann wären wir sicher heute noch zusammen. Weil man viele Dinge hätte anders bereinigen können. Das rede ich mir ein, sage ich mal so, bin schon der Meinung, dass dem so wäre.


erschienen am 05.Mai 2005 im Deutschlandfunk
Quelle


top


Spielregeln fürs Zusammenziehen

Fast ein Jahr romantisches Liebesglück lag hinter Judith und Rolf: Herrlich verschmuste Wochenenden und Abende in ihrer kleinen Dachwohnung oder in seinem chaotischen WG-Zimmer. Seit ein paar Monaten wohnt das verliebte Paar nun unter einem Dach – und ist fast nur noch am Streiten. Meist geht es nur um Banalitäten wie unterschiedliche Vorlieben beim Fernsehgucken, ums Einkaufen und unterschiedliche Essgewohnheiten oder darum, wer den vollen Mülleimer wegbringt. "Obwohl ich Judith sehr mag, hatte ich kein gutes Gefühl bei dem Gedanken ans Zusammenziehen", gesteht Rolf enttäuscht. Auch die meisten Deutschen sind skeptisch, wenn es darum geht, ständig Tisch und Bett mit dem Partner zu teilen.

Skepsis vor dem Zusammenziehen ist groß
Nach einer Umfrage der Frauenzeitschrift "Freundin" glauben die Hälfte der Männer und 43 Prozent der Frauen, dass alltägliche Streitereien, die sich beim Wohnen unter einem Dach ergeben, die Partnerschaft belasten könnten. Rund zwei Drittel der 1053 Befragten gab an, für ein gemeinsames Leben seien große Kompromisse auf beiden Seiten nötig. Aber dazu sind offenbar nicht alle Paare bereit. "Früher war das Zusammenziehen pragmatischer und unkomplizierter", stellt der Psychologe Friedhelm Schwiderski fest. Heute hingegen sei das Anspruchsdenken deutlich größer: "Man(n) will das beste Produkt, die beste Wahlmöglichkeit" – und das macht auch vor der Partnerwahl nicht halt. "Wenn ich mich aber mit meinem liebenswert chaotischen Partner einlassen will, dann muss ich auch seine Unordnung akzeptieren", sagt der Paartherapeut.

Offen miteinander reden
Eine rigide Umerziehung führt nur in seltenen Fällen zum Erfolg - und vor allem nicht zu einer harmonischen Partnerschaft. "Auf jeden Fall müssen beide Seiten Flexibilität zeigen und bereit sein, sich mit Konflikten auseinander zu setzen", so Schwiderski. Es müsse ein klarer Wille vorhanden sein, gemeinsam einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und dem Partner nicht seine eigenen Gewohnheiten aufzuzwängen. Deshalb sei es wichtig, schon vor dem Zusammenziehen offen über die jeweiligen Wünsche und Ansprüche, aber auch über Ängste und Befürchtungen zu reden. Hierbei spielt das Thema "Autonomie" eine wichtige Rolle. Denn immerhin 45 Prozent der befragten Männer und 36 Prozent der Frauen gaben zu, sich vor mangelnder Distanz und Einengung zu fürchten. Dieser Angst durch getrennte Schlafzimmer zu begegnen, trauten sich jedoch nur 18 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen.

Wochenendlieben haben es schwerer
Vor allem, wenn aus einer Wochenendbeziehung eine "Vollzeit-Partnerschaft" wird, sind intensive Gespräche wichtig: Denn in der immer viel zu kurzen Zeit zu Zweit wird meist nur die romantische Seite gelebt - und der Alltag mit beziehungstypischen Schwächen, Macken oder Streitpunkten bewusst vermieden. Außerdem gerät die bislang scheinbar problemfreie Beziehung aus dem Gleichgewicht, wenn der zugezogene Partner seinen Freundeskreis aufgeben musste und in der neuen Stadt völlig fremd ist. "Hier braucht der bereits etablierte Partner viel Fingerspitzengefühl und Verständnis, um den anderen behutsam in sein Alltagsleben zu integrieren", weiß Friedhelm Schwiderski. Hier ist es hilfreich, schon vor dem Zuzug eigene Kontakte zu knüpfen und zum Beispiel alte Hobbys wieder aufzunehmen oder sich Sportgruppen anzuschließen. 

Feuerprobe im Wohnmobil
Als Feuerprobe, ob man als Paar tatsächlich auch fürs Zusammenziehen geeignet ist, empfiehlt der Paartherapeut "ein paar Wochen Paarurlaub im Wohnmobil oder auf einem Segelboot". Denn aufgrund der Enge kann man sich hier nicht immer von seiner Schokoladenseite zeigen und sich um Reizthemen wie Unordnung oder Sauberkeit einfach herummogeln. Eine weitere Hürde, die sich spielend in das Testbiotop einbauen lässt, ist ein gemeinsamer Etat. Denn die Haushalts- oder Urlaubskasse ist bei den meisten Paaren Streitpunkt Nummer eins. Wer den Ferientest ohne Dauerstreit und schlechte Laune übersteht, hat sehr gute Chancen, dass auch der Beziehungsalltag gelingt.


erschienen am 09. April 2005 
Quelle



top

Allein im Alltag

Fernbeziehungen sind Belastungsproben für die Liebe. Die neue Zwangs-Eigenständigkeit geht einher mit der Angst vor Entfremdung

Von Gerlinde Schulte

Zwei Buchstaben sind mein Anker geworden: MM. Seit mein Mann wegen seines Jobs in eine 800 Kilometer entfernte Stadt gezogen ist, würde mir ohne seine "Morgen-Mail" zum Start in den Tag etwas fehlen. So halten wir via Internet Kontakt und starten irgendwie gemeinsam in den Tag. So schaffen wir uns auch einen Hauch von Alltag, schreiben die kleinen Dinge, Freuden und Sorgen des Tages auf, die bei den Treffen alle zwei, drei Wochen längst Geschichte sind.

Alltag - im normalen (Ehe)Leben eher als Beziehungskiller verschrieen - wird auf einmal zum Beziehungskitt und kostbaren Gut. Und trotzdem - darf er dann an den kostbaren gemeinsamen Wochenenden, an denen man sich ohnehin immer wieder neu aneinander gewöhnen muß, überhaupt vorkommen? Trüben nicht Fragen nach Hausputz, Großeinkauf und anderen Trivialitäten den Sonnenschein auf das kurze Glück? Darf ich mich auch mal fallen- und gehenlassen oder sind jetzt Attraktivität und heißer Sex gefragt? Und was ist mit den gemeinsamen Freunden? Überhaupt, wie lange kann eine Beziehung eine Trennung aushalten?

Fragen über Fragen, die sich in der zunehmend mobilen Gesellschaft immer mehr Paare stellen müssen, wenn beide in Lohn und Brot bleiben wollen. Jeder sechste Erwerbstätige soll inzwischen betroffen sein. Egal ob Künstler, Manager, Staatsdiener oder Angestellter. Arbeiten beide Partner, kann es schnell passieren, daß sie sich zumindest unter der Woche oder über längere Zeiträume nicht am selben Ort aufhalten. Da können Ängste aufkommen, ob die Liebe hält.

In Fernbeziehungen muß jeder für sich eine Strategie entwickeln, wie er damit fertig werden kann. Da sind Rücksicht und Toleranz gefragt und vor allem Offenheit für Veränderung, die Bereitschaft, eine gemeinsame Kommunikation zu entwickeln und auch über die Entfernung hinweg Probleme zu lösen.

Anna und Peter haben in den letzten Jahren zwei Qualitäten von Wochenendbeziehung durchlebt. Anfangs studierte sie in Hamburg, er arbeitete in Berlin. Nach wenigen gemeinsamen Jahren an der Spree, wo Anna schließlich auch Arbeit gefunden hatte, mußte dann Peter jobbedingt nach Hamburg. "Die ersten zwei Jahre waren für uns Frischverliebte emotional viel schwieriger zu ertragen, besonders die Abschiede am Sonntagabend am Bahnhof waren die Hölle", sagt Anna. "Aber wir wußten, daß die Zeit begrenzt war." Irgendwann lernten die beiden Journalisten auch die Vorteile schätzen: Jeder konnte sich in seine Arbeit stürzen und nebenher seinen Macken frönen und am Wochenende waren sie dann füreinander bereit.

"Die zweite Phase ging beruflich nicht anders. Da habe ich mich während der Woche in eine Art emotionalen "Winterschlaf" begeben und gehofft, daß diese Zeit schnell vorbei ist", sagt Anna. Die Wochenenden waren dann vollgepackt mit Unternehmungen und Freunden. Ohne Rituale ging das jedoch in keiner der beiden Pendlerphasen. "Wir haben jeden Tag morgens und abends telefoniert", so die 34jährige. "So konnten wir wenigstens einige unserer Erlebnisse teilen."

Da einem trotzdem vieles aus dem Leben des anderen entgeht, ist es für das Wir-Gefühl enorm wichtig, immer wieder gemeinsame Erlebnisse wie Reisen oder besondere Momente zu schaffen, die nur dem Paar gehören, hat Anna festgestellt. Auch müsse man lernen, es nicht persönlich zu nehmen, wenn der Partner müde ankommt und einfach nur abhängen will. Denn die Mobilität fordert auch ihren physischen Tribut. "In solchen Zeiten lernt man aber auch zu schätzen, was man mit einer Beziehung eigentlich alles hat und wie wichtig auch die kleinen Gesten sind", so Anna. Als Peter dann wieder nach Berlin kam, mußten sie sich trotzdem "erstmal wieder aneinander gewöhnen".

Schwieriger ist die Lage für Partner, die sich plötzlich allein mit dem Nachwuchs wiederfinden, wenn der Gatte andernorts eine Stellung gefunden hat. Für sie und die Familie wächst die Belastung erheblich, müssen sie die Organisation des täglichen Lebens, aber auch anstehende Erziehungsprobleme allein meistern. Die Kinder erleben die Abwesenheit des einen und den erhöhten Streßpegel des anderen im Doppelpack. Da kann es schon vorkommen, daß der ferne Partner aus dem täglichen Leben rausorganisiert wird. Wie zum Beispiel Hubert (55). Der Schauspieler hat Frau und Kinder in Berlin, ist aber ständig unterwegs zwischen Berlin, München, Hamburg und der Schweiz - mal sind es Tage, mal Wochen. So sind seine Aufenthalte zu Hause auch schon eher Gastspiele geworden - und wenn er dann daheim ist, kommt er sich zuweilen "richtig überflüssig" vor.

Der Spagat zwischen Vertrautheit und Alltag und Angst vor Entfremdung ist es, der vielen Paaren in einer Fernbeziehung zu schaffen macht. Aber gerade für Paare, die schon einige Jahre zusammengelebt haben, ist ein solcher Bruch auch eine Chance, meint Autor Peter Wendl in seinem neuen Buch "Gelingende Fernbeziehung" (Herder, 120 S., 9,90 EUR). Wendl analysiert die Entwicklung der Gefühle in den verschiedenen Phasen einer Fernbeziehung, nennt ihre Belastungen und Chancen, gibt Tips und Tricks zum Erhalt der Liebe und Pflege der Beziehung auch auf Distanz. Entscheidend ist, daß man sich gemeinsam über Sinn und Notwendigkeit der Trennung einig ist, festlegt, wie lange die Fernbeziehung dauern soll, und wie der jeweilige Verzicht auf gegenseitige, auch praktische, Unterstützung kompensiert werden kann.

Die Chancen, die eine andere Umgebung und Lebensgeschwindigkeit für die eigene Entwicklung bieten, hat auch Techniker Hans erkannt, den es von Berlin in die süddeutsche Provinz verschlagen hat. "Wenn man sich erst einmal über alles andere aufgeregt hat, kommt man irgendwann zu der Einsicht, daß dies auch eine andere Wahrnehmung der Probleme, der Natur und seiner Selbst zuläßt", sagt der 37jährige, der ein gutes halbes Jahr mit der jobbedingten Trennung und der Einsamkeit fern seiner Familie gehadert hatte. "Wenn ich mich darauf einlassen kann, kann ich das vielleicht auch in meine Ehe einfließen lassen."

"Keine Beziehung geht unverändert aus einer längeren räumlichen Trennungsphase heraus, denn niemand kann genau da anknüpfen wo der vorherige gemeinsame Lebensabschnitt endete", sagt Paarexperte Wendl. "Die Partner müssen im Gegenteil ihre verschiedenen Alltagswelten zu einer neuen gemeinsamen zusammenfügen." Haben beide Interesse am Fortgang der Beziehung, ist dies jedoch genau das, was der Liebe gut tut.


erschienen am 12. März 2005 in der Berliner Morgenpost
Quelle


top



Die Trolley-Gesellschaft: Pendeln als Lebensform

Deutschland ist in Bewegung. Millionen Menschen arbeiten weit entfernt von dem Ort, an dem sie leben. Am Wochenende oder sogar täglich reisen die Pendler durch das Land. Experten erwarten, dass der Trend stark zunimmt - mit großen Folgen für die gesamte Gesellschaft, vor allem aber für die Liebe.

Es ist sonnig und warm draußen, ein schöner Sonntagnachmittag. Nur die Laune der 29-jährigen Dana Barko verfinstert sich von Minute zu Minute mehr. Sie sitzt allein in ihrer Wohnung, schaut aus dem Fenster und fragt sich, warum sie sich schon wieder wie eine Witwe fühlt. Die Antwort kennt sie natürlich: weil sie eine Distanzbeziehung führt. Ihr Freund, der 34-jährige Ernst Zajek, ist vor 20 Minuten ins Auto gestiegen und fährt - ebenfalls einsam - über die Autobahn, während andere Paare durch die Sonne spazieren oder schwimmen gehen. Schon am Morgen war Dana mit würgendem Gefühl im Magen aufgewacht - und mit dem Gedanken: "Heute ist wieder Abschiedstag."

Seit drei Jahren sind Ernst und Dana ein Paar. Aber zusammen an einem Ort sind sie nur alle ein bis zwei Wochen. Sie absolviert eine Ausbildung zur Musiktherapeutin bei Luzern in der Schweiz, er arbeitet als Familientherapeut bei Murnau in Bayern. Zwischen ihnen liegen 350 Kilometer, fünf Stunden Fahrzeit und zwei Berufe, die sie nicht aufgeben wollen.

Dana und Ernst sind zwei von zwei bis drei Millionen Menschen, die in Distanzbeziehungen leben - je nach Berechnung sind das bis zu zwölf Prozent aller Paare im Land. Solche Paare haben zwei Haushalte und pendeln meist am Wochenende zueinander. Vor 20 Jahren waren es sechs Prozent. Bis zum neuen Jahrzehnt könnte sich ihre Zahl laut Experten auf 20 Prozent fast verdoppeln. Dabei sind die Tagespendler, die mindestens zwei Stunden pro Tag im Auto sitzen, gar nicht berücksichtigt. Deren Zahl stieg von 950 000 im Jahr 1996 auf 1,5 Millionen im Vorjahr.

Längst sind es nicht mehr Seemänner und Fernfahrer, aus denen sich Pendler-Paare primär rekrutieren, sondern Banker, Werber, Journalisten und Freiberufler aller Art - meist jung und gut ausgebildet. 48 Prozent sind Akademiker oder haben zumindest Abitur, fast 75 Prozent sind bis zu 30 Jahre alt. Drei Viertel von ihnen sehen sich aus beruflichen Gründen dazu gezwungen.

Und der Mobilitätsdruck wird weiter steigen, davon ist etwa Klaus Zimmermann überzeugt. Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) sieht viele Gründe für diese Prognose. Da ist natürlich die Verschärfung der Zumutbarkeitsregeln für Arbeitslose durch Hartz I und II, die 2003 in Kraft trat: Jedes Job-Angebot bundesweit muss angenommen werden, sofern absehbar ist, dass der Arbeitslose binnen drei Monaten keine Stelle im Heimatort bekommen wird. Ledige können zum Umzug gezwungen werden.

Auch die steigende Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse (bei den bis zu 25-jährigen Arbeitnehmern: ein Viertel) führe zu mehr Pendlern, die republikweit nach Stellen suchten. "Zudem werden Firmen weiterhin die Chance zum Outsourcing nutzen, weil Personalkosten zumal im Dienstleistungsbereich noch wichtiger werden", so Zimmermann. "Dadurch wird in immer mehr Berufsfeldern der Typ des Freelancers, des freien Mitarbeiters, vorkommen, der seine Leistung projektbezogen überall im Land und auf Zeit anbietet."

Langfristig sei abzusehen, dass ökonomische Investitionen in Ballungszentren zu-, sonst aber abnähmen. Dann würden Menschen außerhalb der Ballungszentren, sofern sie nicht wegzögen, noch häufiger zur Arbeit pendeln müssen. "Wer etwas werden will, der muss sich bewegen", resümiert auch Christoph Netta, Chef der Personalberatung Heidrick & Struggles. Denn: "Räumliche Mobilität wird in Zukunft als Grundvoraussetzung beruflicher Karriere noch wichtiger als bisher."

Das neue Nomadentum hinterlässt schon jetzt deutliche Spuren. Wer freitagnachmittags und sonntagabends im Zug sitzt, bemerkt es sofort. Liegt die Zugauslastung im Fernverkehr durchschnittlich bei 40 Prozent, steigt sie zu diesen Zeiten auf 95 bis 100 Prozent (etwa 800 000 Menschen). Bei der Bahn bezweifelt niemand, wie wichtig die Wochenendpendler fürs Geschäft sind. Als zum Beispiel die Neubaustrecke zwischen Frankfurt am Main und Köln eingeweiht und damit die Fahrzeit auf eine Stunde halbiert wurde, meldeten sich viele hundert Wochenendpendler bei der Bahn und teilten mit, sie wollten nun aufs Tagespendeln umsteigen und ihr Frankfurter Apartment aufgeben.

Auch auf dem Mietmarkt zeigen sich Folgen dieser Mobilisierung. Seit den 90er-Jahren hat sich ein Markt-Segment besonders gut entwickelt: das Wohnen auf Zeit, zumal in möbliert gemieteten Apartments. Zudem sind Mietverhältnisse kurzlebig geworden. Verweilte ein Mieter bis 1999 noch um die zwölf Jahre in seiner Wohnung, bleibt er heute im Schnitt nur rund drei Jahre. Bei Apartments sank die Mietdauer von durchschnittlich fünf Jahren auf eines.

Das Massenpendeln mit all seinen Folgen wird aber nicht nur durch Berufszwänge ausgelöst. Der Mainzer Soziologe Norbert Schneider sieht eine weitere Voraussetzung dafür in dem "Verbindlichkeitsverlust traditioneller Lebensmodelle". Früher sei eine Beziehung definiert worden als Ehe und Elternschaft an einem Ort. Das sei passé. Nun erst könnten andere Wertvorstellungen sich bei beiden Geschlechtern voll entfalten - vor allem die Selbstverwirklichung im Beruf. Wer eine hoch spezialisierte Ausbildung absolviert habe, wolle etwas daraus machen. Das sei aber dort, wo der Partner lebe, oft nicht möglich.

Deshalb leben Dana und Ernst in verschiedenen Städten. Freitags nach der Arbeit steigt einer von beiden für fünf Stunden ins Auto, fährt 350 Kilometer über Landstraßen und Autobahnen, auf denen sie jede Delle und jeden Hügel am Straßenrand kennen. Immer wieder rasen sie die ungeliebte Strecke zwischen Murnau und Luzern rauf und runter - für den anderen. Und der weiß diese Reisemühen als Tat gewordenen Strauß Rosen zu schätzen.

Entsprechend genießen sie die Wochenenden, an denen sie die Grundbausteine der Zweisamkeit feiern, mit ausführlichen Spaziergängen und ausgiebigem Kochen. Anfangs hatten sie die freien Tage mit Terminen überfüllt und in eine weitere Stressphase verwandelt. Aber nach drei Jahren Distanzbeziehung wissen sie solche Fehler zu vermeiden.  Zugleich mutierten sie jedoch zu Abschieds-Experten.  Sie kennen sämtliche Tonlagen der Trennung, vom "Bald-sehen-wir-uns-ja-wieder"-Dur über das anschwellende "Jetzt-bitte-nicht-weinen"-Tremolo bis hin zum "Ich-hab-es alles-so-satt"-Moll.

In solchen Erfahrungen sieht Joachim Lask, der Psychologe und Leiter des Mühltaler Worklife-Instituts, eine Gefahr: "Fernbeziehungen sind deutlich stressreicher, weil Zeitmangel und finanzielle Belastung größer sind. Auch zwei stark individualisierte Lebensstile zu harmonisieren, wie die zwei Haushalte es begünstigen, ist schwierig." Das könne ermüden, und damit die Bereitschaft, treu zu leben, reduzieren.

Laut dem Soziologen Norbert Schneider klagen über 60 Prozent der Distanzpaare, die geografische Ferne schade ihrer Liebe. 40 Prozent bemängeln, zu wenig Zeit füreinander zu haben. Und "die Partnerschaftsdauer", so Schneider, "ist im Vergleich zu anderen Lebensformen relativ kurz." Durchschnittlich enden Fernbeziehungen nach vier Jahren, andere Beziehungstypen dauern mindestens fünf Jahre im Schnitt. Ein knappes Viertel allerdings sieht es anders: Sie glauben, nur in einer Distanzbeziehung zufrieden leben zu können, ohne des Partners überdrüssig zu werden.

Einer, der von Berufs wegen ein waches Auge auf die Chancen der Liebe in einer Gesellschaft hat, ist Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche. Und auch er sagt: "Sorge macht es mir natürlich, wenn ich die Autokolonnen sehe, die Sonntagabend von Brandenburg aus nach Westen und Freitagabend wieder zurückrollen." Er sehe zwar "gerade bei jungen Menschen den deutlichen Wunsch nach Familie", unverkennbar werde ihnen heutzutage aber "für die Gestaltung des gemeinsamen Lebens mehr abverlangt".

Mit Blick auf die Diskussion über weiteren Druck auf Arbeitslose betont er, es sei ihm daran gelegen, "dass Arbeitslose auch in Zukunft nicht genötigt werden, langfristig die gemeinsame Haushaltsführung mit ihrer Familie aufzugeben, um eine Arbeit aufzunehmen". Wohl führten "alle im Munde, dass die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie drastisch verbessert werden muss, es bleibt aber noch sehr viel zu tun - nicht zuletzt an staatlichen Rahmenbedingungen".

Weniger auf den Staat als auf den technischen Fortschritt und einsichtsfähige Unternehmer hofft IZA-Direktor Klaus Zimmermann. Moderne, zunehmend preiswerte Technik (wie Videokonferenzanlagen oder belastbare DSL-Internet-Anschlüsse) ermögliche, mehr in den heimischen vier Wänden zu arbeiten und weniger zu pendeln. Tatsächlich stieg die Zahl der Erwerbstätigen, die daheim am Bildschirm arbeiten, also "Telearbeit" treiben, zwischen 1999 und 2002 von sechs auf über sechzehn Prozent.

"Andererseits", glaubt Zimmermann, "wird auch künftig die gelegentliche physische Präsenz im Unternehmen unverzichtbar bleiben, um ein Minimum an Verbundenheit zu erhalten". Das begünstige aber nicht das Wochenend-Pendlertum, sondern Mischformen, etwa Arbeitswochen nach dem Schema "Drei Tage im Berliner Büro, zwei Tage in der Kölner Wohnung am PC". Solche Modelle würden die Probleme einer Distanzbeziehung entschärfen und seien auch für Arbeitgeber reizvoll, weil sie die Loyalität des Arbeitnehmers erhöhten.

Bei Großunternehmen wie Siemens oder BMW ist diese Erkenntnis bereits durchgedrungen. Pendelnden Sacharbeitern (und Managern ohnehin) wird längst flexible Arbeitszeit angeboten, etwa ein früherer Feierabend am Freitag, ein späterer Arbeitsbeginn am Montag oder Telearbeit daheim an einem von beiden Tagen. Das können sich mittelständische Betriebe selten leisten. Ihnen fehlt Ersatzpersonal und damit organisatorischer Spielraum.

Womöglich als Alarmsignal muss begriffen werden, dass sich langsam ein psychologischer Markt rund um die Fernbeziehungen bildet. In Großstädten schulen sich Paartherapeuten bereits fort, um auch Menschen in Distanzbeziehungen helfen zu können. Und im Juli fand erstmals ein Therapie-Seminar für Pendler-Paare statt (siehe Seite 11). Dessen Initiator, der Psychologe Joachim Lask, hat eine Seminar-Reihe geplant, weil er so viele Distanzpaare kennt, die über sich die Aasgeier kreisen sehen. Auch die Berater-Literatur blüht, Titel wie "In der Ferne so nah", von dem Distanzpaar Karin Freymeyer und Manfred Otzelberger - voller Tipps, wie die Liebe zu retten sei. Das Autorenpaar hat sich übrigens kürzlich getrennt.

erschienen am 15. August 2004
Quelle


top



Liebe aus der Ferne hat ihre Tücken
Wenn Liebende an verschiedenen Orten leben: 13 Prozent aller Deutschen führen eine Fernbeziehung.

Wo die Liebe hinfällt, weiß man nie. Manche heiraten ihre Sandkastenliebe, andere treffen den Partner fürs Leben in einer anderen Stadt, einem fremden Land oder auf einem anderen Kontinent. Möchte Jeanette Schambach aus Brech in der Nähe von Schwäbisch Gmünd ihren Freund Erik Salmonsson umarmen, muss sie erst ins Flugzeug steigen. Der 33-Jährige wohnt in Lawrence, im US-Bundesstaat Kansas.

Laut Umfragen führen etwa 13 Prozent aller Deutschen eine Fernbeziehung. Tendenz steigend, denn größere Mobilität im Berufsleben bringt nicht selten einen Umzug mit sich. So bleibt der eine Partner am Ausgangsort hängen, während der andere nur am Wochenende zu Hause ist. Anders sieht es bei der gebürtigen Heilbronnerin und dem Schweden aus. Sie sehen sich meist für längere Zeit.

Kennen gelernt haben sich die beiden, als die 26-Jährige vor drei Jahren ein Auslandssemester in den Vereinigten Staaten absolvierte. "Eine Bekannte hat ihn mir vorgestellt. So kamen wir ins Gespräch und stellten fest, dass wir viel gemeinsam haben und tauschten Telefonnummern aus." Mehr als Freundschaft wurde jedoch zunächst nicht daraus. Die Lehramtsstudentin kehrte nach Deutschland zurück - und vermisste ihr Leben in den USA. Als Jeanette im Juli 2002 wieder nach Kansas fliegt, funkt es zwischen ihr und dem in den USA lebenden Analytiker.

Fernbeziehungen haben ihre Tücken. Unerwartet beim Liebsten auftauchen, wenn die Sehnsucht unerträglich wird, fällt flach. Regelmäßige Treffen sind trotzdem wichtig. "Da ich noch studiere, bin ich flexibler und kann Erik daher öfter besuchen. Ich fliege so oft wie möglich zu ihm ", sagt Jeanette. Telefonieren, SMS und E-Mails gehen zwar ins Geld, tragen aber zum Funktionieren der Beziehung bei. Jeanette Schambach zieht das Telefon jedem anderen Kommunikationsmedium vor. Durchschnittlich zweimal am Tag verbindet der Telefonapparat die beiden Liebenden. "Es ist wichtig, viel Kontakt zu haben, so dass man über das Leben des anderen Bescheid weiß", meint Jeanette.

Eine Fernbeziehung ist jedoch nichts für eifersüchtige Naturen. Großes Vertrauen ist unerlässlich. Ein weiterer Nachteil von Liebe auf Distanz ist, dass die Beziehung oft im Zeitraffer verläuft. "Wofür andere drei Monate Zeit haben, bleiben uns oft nur zwei Wochen." Aber es gibt auch Vorteile: Die Partner haben Zeit für Job, Hobbys und sich selbst. Dafür kann man sich am Wochenende ganz der wichtigsten Person im Leben widmen. Man geht sich nicht so schnell auf die Nerven, und der Alltag schleicht sich nicht so schnell in die Liebe ein. Heikle Themen am Telefon zu bereden ist dabei ebenso tabu wie erzwungene Harmonie. Jedes Paar hat hin und wieder Probleme, über die man reden muss, auch bei Fernbeziehungen. Streiten ist okay, so lange man sich wieder verträgt, bevor man sich wieder trennen muss.

Natürlich sollte jede Distanzbeziehung irgendwann enden - und zwar mit dem Zusammenziehen. Bei Jeanette wird es nächstes Jahrsoweit sein, denn im Sommer 2005 legt sie ihre letzte Prüfung ab.Danach möchte sie ihren Masterabschluss in den USA machen. Allerdings könnte es passieren, dass Erik im Januar 2006 die USA verlassen muss, falls sein Visum nicht verlängert wird. Ob Jeanette dann eines Tages nach Skandinavien geht, weiß sie noch nicht. "Australien wäre für uns auch sehr interessant. Wir lassen uns überraschen", sagt sie geheimnisvoll während sie Eriks Telefonnummer wählt. Zeit füreinen kurzen Plausch mit dem Mann ihres Herzens.

Quelle


top



Wochenendehen und andere Fernbeziehungen

Liebe auf Distanz in den Zeiten der Mobilität

Mobilität – jederzeit flexibel einsetzbar sein – ist der positive Mythos in den Zeiten der Globalisierung. Jede sechste Ehe Berufstätiger ist eine Teilzeitbeziehung. Doch wie geht es den betroffenen Frauen und Männern wirklich? Genießen Sie den ständigen Wechsel zwischen Partnerschaft und Singledasein? Oder leiden sie unter der räumlichen Trennung von Familie und Beruf?

Wenn sich in den letzten Jahrzehnten in Liebe und Ehe wirklich etwas verändert hat – außer den gestiegenen Scheidungszahlen – dann ist es das rasante Wachstum der Teilzeitbeziehungen. Vor fünfzig Jahren war die Wochenendehe etwas Außergewöhnliches. Sie kennzeichnete eine Berufsgruppe: die Vertreter. Auch Soldaten, Bauarbeiter auf Montage und einige Führungskräfte nahmen die Trennung auf Zeit in Kauf.

Inzwischen hat sich das Bild grundsätzlich gewandelt. Nicht mehr die speziellen Anforderungen des Jobs lassen die Partner an verschiedene Orte ziehen. Sondern gute Jobs werden knapp und zwingen Arbeitnehmer dorthin zu ziehen, wo sie eine lukrative Stelle finden. Die Art der Tätigkeit spielt kaum ein Rolle.

Solange der Mann als Alleinverdiener die Familie ernährte, trat der Konflikt nicht auf. Frau und Kinder folgten ihm an den Standort seines Arbeitgebers. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten in Mainz und Bamberg zeigte, daß Familien, die gemeinsam in eine neue Stadt ziehen, von der Veränderung profitieren. Die neuen Eindrücke, neue Kontakte, der Zwang, sich auf neue Umstände einzustellen – das alles erweitert den Horizont und fördert die seelische Beweglichkeit. Sie trainiert das Anpassungsvermögen.

Die Mehrheit der Paare müssen jedoch für die Mobilität Opfer bringen. Am meisten fühlen sich die Fernpendler belastet – also alle, die täglich mehr als zwei Stunden bis zum Arbeitsplatz unterwegs sind. Wer acht Stunden arbeitet und außerdem je zwei Stunden Anfahrt und Abfahrt in Kauf nimmt, hat in Wahrheit einen Arbeitstag von zwölf und mehr Stunden. Sie leiden nicht so sehr unter dem Zeitmangel, sondern unter der Erschöpfung. Abschalten und die Freizeit dem Partner und den Kindern widmen, ist kaum möglich. Da sie die wenigen Stunden ganz der Familie widmen wollen, können sie kaum Hobbys pflegen oder Kontakte zu Freunden unterhalten.

Ähnlich sind die Verhältnisse, wenn einer woanders arbeitet und dort ein Zimmer mietet. Der außerhalb Wohnende hat keinen echten Lebensmittelpunkt. Wo er wohnt und sich zu Haus fühlt, hält er sich nur kurze Zeit auf. Wo er die meisten Zeit lebt und arbeitet, fühlt er sich unterwegs. Nach einer neuen Studie des amerikanischen Wissenschaftlers Lennart Dimberg leiden die daheim bleibenden Ehepartner unter häufigen, kurzen Trennungen stärker als unter selteneren, längeren Geschäftsreisen des Partners – auch wenn die Zahl der Abwesenheitstage in beiden Fällen gleich ist.

Ursache sind die häufigen Unterbrechungen: Wer zu Hause zurückbleibt, hat keine Möglichkeit, eine feste Struktur in seinen Alltag zu bringen. Die Heimkehrenden würde sich sonst vom Familienleben ausgeschlossen fühlen, was jedoch der zu Hause gebliebene Partner vermeiden möchte. Der Umgang mit diesen Problemen bedeutet Stress für beide. Ergebnis: eine doppelt hohe Rate an psychischen Erkrankungen. Und auch die allgemeine Krankheitsrate ist 16 Prozent erhöht.

Wesentlich besser fühlen sich Paare, bei denen jeder eine eigene Wohnung besitzt. Die beiden besuchen sich abwechselnd. Man sollte denken, daß sie unter einem Mangel an Nähe leiden, da sie keine gemeinsame Wohnung haben. Das ist aber nicht der Fall. Jeder fühlt sich an seinem Wohnort, wo er zugleich lebt und arbeitet, zu Hause. Und freut sich, wenn ihn der/die Geliebte besucht.

Sind Kinder vorhanden, ergibt sich die klassische Rollenverteilung, auch wenn Frau und Mann dagegen angehen. Aber da die Kinder fast in jedem Fall bei ihr wohnen, muß sie die Erziehungs- und Hausarbeit allein leisten. Auch dann, wenn die Männer es gern ändern würden. Was soll er tun, wenn ihm sein Sprößling zu verstehen gibt, daß der Vater ja nur gelegentlich zu Besuch komme und ihm deswegen nichts zu sagen habe? Normen kann nur durchsetzen, wer ihre Einhaltung auch überwachen kann. Dafür ist tägliche Anwesenheit die erste Voraussetzung.

Kein Wunder, daß männliche Pendler oft Familien haben, weibliche Auswärtsarbeiterinnen dagegen nur selten. Dreiviertel der mobilen Frauen bleiben kinderlos. Oft war das Pendeln nur als vorübergehende Lösung gedacht, bis sich was Besseres findet. Doch der ideale Job am idealen Ort fand sich nie. Auch der erhoffte finanzielle Gewinn durch die Karriere fällt meist geringer aus als erwartet. Mindestens 500 Euro im Monat zusätzlich verschlingen die Kosten für das getrennte Wohnen.

Die Befragungen zeigen, daß Fernbeziehungen meist nur in der Zeit des Kennenlernens einen Gewinn darstellen. Als Dauereinrichtung sind sie ein Kompromiß zwischen beruflichem Fortkommen und Partnerschaft. Kompromiß heißt: es müssen Abstriche in Kauf genommen werden. Vier von fünf würden ihr Fernliebe eher heute als morgen in eine Nahbeziehung umwandeln.

Aber sind solche Beziehungen nicht stabiler als Nahehen, die unter zuviel Beieinanderhocken ersticken? Wo derjenige von beiden, der sich stärker eingeengt fühlt, bald den Ausbruch probt? Die Langzeitbeobachtung von Paaren zeigt, daß Fernpaare unter dem Mangel an Intimität leiden. Man trifft sich am Wochenende unter hohem Erwartungsdruck. Alles soll nachgeholt werden, was die Trennung während der Woche verhinderte. Aber daß tagelang Getrennte sofort leidenschaftlich übereinander herfallen, ist ein Hollywoodmythos. Da beide in der Woche unterschiedliche Eindrücke und Stimmungen erlebt haben, begegnen sie einander zunächst mit einer gewissen Fremdheit, die erst abgebaut werden muß. Besonders Paare, die sich seltener als alle drei Wochen treffen, entfremden sich mit der Zeit. Und irgendwann läßt einer von beiden sich an seinem Arbeitsort auf eine neue Liebe ein.

Erstaunlich viele Paare halten an ihren Jobs in verschiedenen Städten fest – obwohl die Beziehung darunter leidet. Oftmals sind die Jobs gar nicht so lukrativ, daß das Opfer sich lohnt. Doch in unserer Zeit ist der eigene Beruf geradezu zum Aushängeschild für Selbständigkeit und Unabhängigkeit geworden. Single zu sein, ist kein Makel mehr. Wohl aber, keinen oder einen unterqualifizierten Job zu haben. Kein Wunder, daß für immer mehr Männer und Frauen der Job vor der Partnerschaft rangiert. Die rasant steigende Zahl der Fernbeziehungen ist ein sichtbarer Hinweis auf diese Entwicklung. Wer weiß – vielleicht werden Paare, die zusammenwohnen und sich Tag für Tag sehen, bald als antiquiert und hoffnungslos spießig gelten.

Quelle: aus der Reihe “Typisch Frau – Typisch Mann”, Teil 26


top




Erfolgreich, mobil, aber unglücklich


Als Friederike zum ersten Mal lächelte, war ihr Papa gerade in Berlin. Als sie ihre ersten Schritte machte, war er in Münster. Friederike sieht ihren Vater nur am Wochenende - von Montag bis Freitag arbeitet er als Chefredakteur einer Wochenzeitung in Stuttgart.

Am Ende jeder Woche fährt Claudius Rosenthal zu seiner Frau und den zwei Kindern ins Sauerland, am Sonntagabend geht es zurück in sein Ein-Zimmer-Appartement. Damit ist der 32 Jahre alte Journalist einer von rund drei Millionen Deutschen, die in einer Wochenendbeziehung leben. "Wir haben uns dafür entschieden, weil es ein ähnlich verlockendes Jobangebot in meiner Umgebung nicht gab", sagt Rosenthal. Wer Karriere machen will, nimmt vieles in Kauf - sei es, die Familie nur am Wochenende zu sehen oder täglich etliche Kilometer zum Arbeitsplatz zu pendeln.

Höheres Einkommen

Je höher das Einkommen, desto größer die Bereitschaft zur Mobilität. Fast die Hälfte derjenigen, deren Zweisamkeit sich auf Samstage und Sonntage beschränkt, sind Akademiker oder haben Abitur. Nur wer genug verdient, kann sich eine Wochenendbeziehung überhaupt leisten: 500 Euro monatlich entstehen alleine durch Zusatzkosten wie Fahrkarten oder Benzin und hohe Telefonrechnungen.

Doch auch wer täglich weite Strecken pendelt, verdient überdurchschnittlich: Mehr als 29 Prozent der Berufspendler, die 50 Kilometer und mehr zum Arbeitsplatz zurücklegen, verfügen über mehr als 2000 Euro netto im Monat, ergab die jüngste Studie des Statistischen Bundesamtes zum Verhalten von Berufspendlern. Dabei werden diese Wege immer länger. "Wir nehmen an, daß die bisher geringe Zahl derer, die täglich für den einfachen Weg rund zwei Stunden brauchen, erheblich zugenommen hat", sagt der Mainzer Soziologieprofessor Norbert Schneider.

Pendler sind unzufrieden

Wer mobil ist, bekommt den besseren Job, wer beruflich erfolgreich ist, lebt zufriedener? Gerade bei Berufstätigen, die jeden Morgen und Abend lange auf Straßen und Schienen unterwegs sind, ist das Gegenteil der Fall. "Pendler sind weniger glücklich", hat der Berner Ökonomieprofessor Bruno Frey herausgefunden, der sich mit den psychologischen Grundlagen von Ökonomie beschäftigt.

"Niemand pendelt gerne, und je weiter die Entfernung ist, desto unangenehmer wird es", sagt Frey und spricht von einer Fehleinschätzung: In den meisten Fällen entscheiden sich die Pendler freiwillig für die große Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsplatz in der Annahme, so den besseren Job und die höhere Lebensqualität außerhalb der Städte gewählt zu haben. "Pendler machen in bezug auf ihr eigenes Handeln einen systematischen Fehler", meint Frey. Denn obwohl die Pendler mit ihrem Leben unzufrieden sind, ändern sie nichts an der Situation - offensichtlich will man sich nicht eingestehen, daß die Unzufriedenheit von der selbstgewählten Mobilität herrührt.

Weniger Streß durch Mitfahrgelegenheiten

"Ich bin genervt und abends total kaputt", sagt Sascha Müller. "Der Zustand belastet mich sehr." Müller ist Fernpendler im Rhein-Main-Gebiet, also jemand, der mehr als eine Stunde am Tag zu seiner Arbeitsstätte unterwegs ist: Er ist Projektleiter des "Pendlernetzes". Die von den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie den Kreisen, Städten und Gemeinden der Region unterstützte Initiative bietet seit Mai im Internet eine Plattform für private Mitfahrgelegenheiten. Wie seit zwei Jahren in Nordrhein-Westfalen können sich unter www.pendlernetz.de Fahrer und Mitfahrer finden. Derzeit gebe es rund 10000 Angebote und Gesuche. "Die Resonanz bisher ist sehr gut", sagt Müller, der selbst gerade nach einem Mitfahrer sucht.

Studien hätten ergeben, daß Menschen am Steuer vorsichtiger fahren, wenn Beifahrer neben ihnen sitzen. Die Unfallwahrscheinlichkeit nehme um bis zu 50 Prozent ab. "Wer schon auf der Autofahrt nach Hause im Gespräch mit den Mitfahrern seinen Streß abbauen kann, kommt besser gelaunt und ausgeglichener an", glaubt Müller. Zweimal in der Woche steht er morgens um halb sechs auf, setzt sich ans Steuer seines Golf und fährt die 83 Kilometer von Bad Sobernheim zum Arbeitsplatz bei Frankfurt. Und abends wieder zurück.

Körperliche Beschwerden und Trennungsangst

"Alles, was über eine Stunde Fahrtzeit am Tag hinausgeht, ist absolut zuviel", meint Ellen Buckermann, deren Kölner Institut für Management und Gesundheit WHC-Consulting unter anderem Führungskräfte berät. Die Folgen des Pendelns sind laut Buckermann "hohe Streßbelastung, Herz- und Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden". 76 Prozent aller Pendler berichten von Belastungen, die direkt mit ihrer mobilen Situation zusammenhängen, fand Soziologieprofessor Schneider heraus. "Neben körperlichen Beschwerden droht der Verlust sozialer Kontakte."

Pendler litten unter chronischem Zeitmangel. Die wenige Freizeit wollten sie in Ruhe verbringen - was wiederum zu Problemen mit dem Partner führe, der am Wochenende gerne aktiv sein möchte. "Auch Freundschaften oder die Tätigkeit in Vereinen kommen dadurch zu kurz." Die Angst davor, zugunsten des Traumjobs in einer anderen Stadt den Partner zu verlieren, ist entsprechend groß: 37 Prozent der Deutschen fürchten eine Trennung, ergab eine vom Internet-Stellenmarktdienstleister Jobpilot durchgeführte Studie.

200 Milliarden Euro für Krankenstände und Ausfälle

Daß Pendeln nicht nur eine physische und psychische Belastung für Erwerbstätige darstellt, sondern auch ein ernstzunehmender ökonomischer Faktor ist, wird mittlerweile auch von den Unternehmen erkannt. Beraterin Ellen Buckermann schätzt, daß Arbeitgeber jährlich rund 200 Milliarden Euro ausgeben müssen, um Krankenstände und Ausfälle zu bezahlen, die sich auf die Belastung durch weites Pendeln zurückführen lassen.

Bis zu 50 Prozent aller Berufsunfälle sind sogenannte Wegeunfälle, passieren also auf dem Weg vom oder zum Arbeitsplatz, schätzt Wolfgang Nickel vom Kasseler "Verein zur Entwicklung der Mobilitätswirtschaft". Während die Wissenschaft mittlerweile erste Ergebnisse im recht neuen Gebiet der Mobilitätsforschung geliefert habe, sei das Thema bei deutschen Unternehmen noch nicht wirklich angekommen, meint Nickel.

Individuelle Lösungen zahlen sich aus

Bereits vor acht Jahren begann er, mit einem Mobilitätskonzept für die Infineon Technologies AG in Dresden die Arbeitswege der Mitarbeiter zu optimieren. Das Ergebnis: Heute fahren 76 Prozent mehr Mitarbeiter in Fahrgemeinschaften zu ihrem Arbeitsplatz als 1996. 30 Prozent der rund 5500 Mitarbeiter wohnen in einem Umkreis von fünf Kilometern vom Unternehmen entfernt. "Die Mitarbeiter sind pünktlicher und flexibler, die Krankheitsrate ist gesunken", sagt der Mobilitätsexperte Nickel. "Jeder neu eingestellte Mitarbeiter bekam eine kostenlose Wohnstandortsberatung - mit dem Effekt, daß viele gleich bei ihrer Einstellung oder wenig später in die Nähe ihres Arbeitsplatzes zogen."

Ursprünglich habe man "nur das Parkplatzproblem" lösen wollen, erklärt Kathleen Kühnel, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsabteilung von Infineon. "Dazu kam der Gedanke, unseren Mitarbeitern den Weg zur Arbeit so angenehm wie möglich zu machen." Jetzt kommen 16 Prozent der Mitarbeiter, darunter sogar Mitglieder der Betriebsleitung, mit dem Fahrrad; Duschen und Umkleiden machen's möglich. Verschwitzte Trainingsanzüge können in Trockenschränke gehängt werden. In Zusammenarbeit mit den lokalen Verkehrsverbänden und der Stadt Dresden wurden die Fahrtzeiten der Straßenbahn und die Schichtarbeit optimiert. Für jeden Mitarbeiter wurde ein individueller Fahrplan erarbeitet, außerdem wurden mit den Verkehrsbetrieben vergünstigte Fahrkarten ausgehandelt.

Brauchen wir die Mobilität

Ein Beispiel, das nach Meinung der Mobilitätsexperten Schule machen sollte. Neben der Verbesserung der Infrastruktur sind vor allem flexible Arbeitszeitmodelle gefragt. "An ihren Arbeitsorten haben Wochenendpendler meist wenig soziale Kontakte und arbeiten bereitwillig zehn Stunden am Tag", sagt Schneider, so daß die Vierzig-Stunden-Woche auch in vier Tagen abgearbeitet werden könne. Weiterhin müßten Anreize geschaffen werden, mit der Familie umzuziehen, fordert Wolfgang Nickel und kritisiert: "Es gibt noch immer zuwenig Kindertagesstätten in den Firmen."

Allerdings besteht nicht nur auf seiten der Arbeitgeber mangelnde Bereitschaft zur Lösung des Problems: "Fernpendler wollen als solche nicht unbedingt von ihren Arbeitgebern wahrgenommen werden, da sie in der Firma als unflexibel gelten", hat Norbert Schneider festgestellt. Wer seine Arbeitszeit nach der Erreichbarkeit von Zügen und der Vermeidung von Staus einteilen müsse, habe oft Angst vor einer Entlassung. "Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir eine Gesellschaft brauchen, in der so viel Mobilität gefordert wird", sagt Ökonomieprofessor Frey. Wenn Claudius Rosenthal am Sonntag abend zurück in sein Stuttgarter Ein-Zimmer-Apartment fährt, hört er die "Roadshow" auf SWR3. Hier grüßen sich Menschen, die vom gemeinsamen Wochenende mit Familie oder Partner zurück an ihre Arbeitsstätte fahren. Den Gutenachtkuß für Friederike gibt's nachher per Telefon.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2004


top


Belletristik:
BOGEN, Uwe (1994): Die ferne Frau. Wenn die Liebe am Wochenende auf Reisen geht, Frankfurt a/M: Fischer Taschenbuch 

weiterführende Literatur:

 neu Wendl, Peter: Gelingende Fern-Beziehung. Herder Verlag, 2005.
Norbert Schneider, Ruth Limmer, Kerstin Ruckdeschel: Mobil, flexibel, gebunden. Beruf und Familie in der mobilen Gesellschaft, Campus Verlag, 2002
Sylvia Gräbe, Erich Ott: ... man muß alles doppelt haben.' Wochenpendler mit Zweithaushalt am Arbeitsort, LIT Verlag, 2004

Koller, Christine (2004): Liebe auf Distanz
Berger, Alexandra (2003): Liebe aus dem Koffer
Freymeyer/Otzelberger (2000): In der Ferne so nah. Lust und Last der Wochenendbeziehungen

Pfeifer, Franziska (1996): Ich in Bremen, Du in Zürich. Wenn Paare, die sich lieben, getrennt leben. Herder, Freiburg
Michael Lukas Möller (1996): Die Liebe ist das Kind der Freiheit.rororo-Taschenbuch, 1996
Willi (1996): Was hält Paare zusammen ? Der Prozeß des Zusammenlebens in psycho-ökologischer Sicht.Reinbek,Rowohlt 
Keil/Haak(1995): Partnerschaft leben lernen. Falken-Verlag Nr. 1518
Welter-Enderlin (1995): Paare, Leidenschaft und lange Weile. München: Piper Verlag
Schmitz-Köster, Dorothee (1990): Liebe auf Distanz. Getrennt zusammen leben, Reinbek: Rowohlt
Eder, Ruth (1990): Jeder lebt sein Leben und doch sind wir zusammen. Die Teilzeit-Ehe, München: Goldmann
Seul, Arnold (1989): Liebe auf Distanz. Der neue Trend: die Fernbeziehung, in: Wiener, April 
Schoenake, Theo (1988)r: Die neue Partnerschaft – Das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz gewinnen.Goldmann
Ulrich Beck, Elisabeth Beck-Gernsheim: Das ganz normale Chaos der Liebe.
Standardwerk über Liebe, Ehe und die Konflikte damit in unserer modernen Gesellschaft, mit Rückblick in die Vergangenheit. 

Michael Lukas Möller: Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch. 1997.

Zeitschriften 

Dorothee Schmitz-Köster: Liebe nur am Wochenende. Psychologie heute, Januar 1991.
WIE VIEL ZEIT BRAUCHT DIE LIEBE - 48 Stunden im Monat. Elle

Wissenschaftliche
PEUCKERT, Rüdiger (1999): Familienformen im sozialen Wandel
KIRSCHNER, Betty F./WALUM, Laurel R. (1978): Two-Location Families: Married Singles, in: Alternative Lifestyles, 1, 4, S. 513-525