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Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte
Weniger Trauer - jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst - vor der nächsten
und übernächsten Trennung
Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet

Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht mein Leben

aus:  Es ist was es ist  von Erich Fried


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Gedichte zum Thema Fernbeziehung

  Johann Wolfgang von Goethe

Nähe des Geliebten

        Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
        Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
        In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
        Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
        Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
        Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
        Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
        Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
        O wärst du da!
 
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Franziska Stoecklin


An den fernen Freund
 
Seitdem du mich verließest, denke ich dich immer.
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich dein Bild ...
So nah und wirklichschön als ob kein Raum uns,
Keine Städte trennten.
Bei meiner Kerze sanftem Schimmer
Trittst du ganz leise, leise in das Zimmer ...
Um deine Lippen schwebt ein Lächeln kindlich mild.
 
Dann leg ich meine Hände zart an deinen Körper.
Dann küß ich innig deinen weichen roten Mund.
Dann sag ich schweigend dir die letzten Dinge.
Dann bin ich ganz in dir und du in mir.
Dann kann uns nichts mehr trüben, nichts mehr trennen,
Weil wir nur eine Liebe, eine Seele, eine Wolke sind.
Zwei Lichter, die in einen Himmel brennen.
Ein Baum, ein Stern, der gute Abendwind.
 
Dann sind wir sündenlos und weise.
Dann ist kein Raum und keine Zeit.
Dann schweben wir so süß erfüllt und leise
In Gottes Urunendlichkeit.


  top


  Bei jedem Abschied stirbt ein Stück Gegenwart in uns und wird Vergangenheit,
doch wir wissen wie man das Glück bewahrt, in der Erinnerung,
die ihm so eine Zukunft gibt, die ohne Ende ist.

eingesendet von Ina





   

Buchtipps zum Thema Fernbeziehung

Belletristik:
BOGEN, Uwe (1994): Die ferne Frau. Wenn die Liebe am Wochenende auf Reisen geht, Frankfurt a/M: Fischer Taschenbuch 

weiterführende Literatur:

neuBerger, Alexandra (2003): Liebe aus dem Koffer
Freymeyer/Otzelberger (2000): In der Ferne so nah. Lust und Last der Wochenendbeziehungen

Pfeifer, Franziska (1996): Ich in Bremen, Du in Zürich. Wenn Paare, die sich lieben, getrennt leben. Herder, Freiburg
Michael Lukas Möller (1996): Die Liebe ist das Kind der Freiheit.rororo-Taschenbuch, 1996
Willi (1996): Was hält Paare zusammen ? Der Prozeß des Zusammenlebens in psycho-ökologischer Sicht.Reinbek,Rowohlt 
Keil/Haak(1995): Partnerschaft leben lernen. Falken-Verlag Nr. 1518
Welter-Enderlin (1995): Paare, Leidenschaft und lange Weile. München: Piper Verlag
Schmitz-Köster, Dorothee (1990): Liebe auf Distanz. Getrennt zusammen leben, Reinbek: Rowohlt
Eder, Ruth (1990): Jeder lebt sein Leben und doch sind wir zusammen. Die Teilzeit-Ehe, München: Goldmann
Seul, Arnold (1989): Liebe auf Distanz. Der neue Trend: die Fernbeziehung, in: Wiener, April 
Schoenake, Theo (1988)r: Die neue Partnerschaft – Das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz gewinnen.Goldmann
Ulrich Beck, Elisabeth Beck-Gernsheim: Das ganz normale Chaos der Liebe.
Standardwerk über Liebe, Ehe und die Konflikte damit in unserer modernen Gesellschaft, mit Rückblick in die Vergangenheit. 

Michael Lukas Möller: Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch. 1997.

Zeitschriften
Martina Wimmer: Reichen 48 Stunden für die Liebe?. Allegra, Nr. 7 1997.
Dorothee Schmitz-Köster: Liebe nur am Wochenende. Psychologie heute, Januar 1991.
WIE VIEL ZEIT BRAUCHT DIE LIEBE - 48 Stunden im Monat. Elle
 
 

Wissenschaftliche
PEUCKERT, Rüdiger (1999): Familienformen im sozialen Wandel
KIRSCHNER, Betty F./WALUM, Laurel R. (1978): Two-Location Families: Married Singles, in: Alternative Lifestyles, 1, 4, S. 513-525

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